Online Marketing fĂĽr Hotels ohne Marketingabteilung: Ein 90-Tage-Fahrplan

25.07.2026
Geschrieben von:
Sven Häberlin
Strategie
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«Wir wissen, was wir tun sollten – uns fehlt einfach die Zeit.» Diesen Satz hören wir in Gesprächen mit Hoteliers immer wieder. Und die Zahlen bestätigen ihn: Eine aktuelle Digitalisierungsstudie zeigt, dass die Hälfte der befragten Betriebe Zeitmangel als grösstes Hindernis für digitale Investitionen nennt – nicht fehlendes Wissen oder fehlendes Interesse. Wer ohne eigene Marketingabteilung arbeitet, braucht deshalb keinen Masterplan, sondern einen realistischen Fahrplan, der sich neben dem Tagesgeschäft umsetzen lässt.

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Das Problem im Hotelalltag

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In den meisten kleinen und mittleren Hotels gibt es niemanden, dessen einzige Aufgabe das Marketing ist. Die Direktion, manchmal unterstützt durch die Rezeption, kümmert sich nebenbei um Website, Social Media und Werbung – zwischen Check-in, Reklamationen und Personalplanung. Das Ergebnis ist häufig ein Marketing, das aus einzelnen, unzusammenhängenden Aktionen besteht: mal ein Instagram-Post, mal eine Google-Ads-Kampagne, mal ein Website-Update, wenn gerade Zeit dafür ist. Ein durchdachter Plan mit klaren Etappen fehlt schlicht, weil dafür nie genug Ruhe im Alltag bleibt.

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Aktuelles aus der Studie

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  • Zeitmangel ist das grösste Investitionshemmnis, nicht Geld. Laut einer aktuellen Digitalisierungsstudie nennen 50 Prozent der befragten Hotelbetriebe fehlende Zeit als Hauptgrund, warum digitale Massnahmen nicht umgesetzt werden.
  • Das Wissen ist meist vorhanden – die Umsetzung fehlt. Viele Hoteliers kennen die relevanten digitalen Massnahmen bereits, setzen sie aber aus RessourcengrĂĽnden nicht konsequent um.
  • Kleine Betriebe agieren strukturell heterogener. Ohne eigene IT- oder Marketingverantwortliche fehlt oft die Struktur, um Massnahmen systematisch statt punktuell umzusetzen.
  • Digitale Transformation gelingt am besten in klaren Etappen. Statt eines grossen Rundumschlags empfiehlt sich ein Vorgehen mit klaren Zwischenzielen, die einzeln umsetzbar sind.
  • Gästebindung bleibt ein unterschätzter Hebel. Eine aktuelle Branchenbefragung zeigt, dass ĂĽber die Hälfte der Hoteliers in der Bindung von Wiederkehrern das grösste ungenutzte Umsatzpotenzial sieht – ein Bereich, der sich gut in einen schrittweisen Marketingplan integrieren lässt.

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Was bedeutet das fĂĽr Ihr Hotel?

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1. Grundlagen zuerst, Kampagnen später

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In den ersten Wochen lohnt es sich, die Basis zu stabilisieren – Website-Fakten, Google Business Profil, technische Grundlagen –, bevor überhaupt Geld in Werbung fliesst. Eine Kampagne auf einer schwachen Basis verschwendet Budget.

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2. Wöchentliche statt tägliche Routinen einplanen

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Ein realistischer Fahrplan verlangt keine tägliche Marketingarbeit, sondern feste wöchentliche Zeitfenster – etwa eine Stunde für die Pflege des Google Business Profils, eine weitere für Social Media. Das lässt sich neben dem Tagesgeschäft einhalten.

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3. Nach 90 Tagen ehrlich Bilanz ziehen

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Ein Fahrplan ist kein Selbstzweck. Nach drei Monaten lohnt sich der Blick auf die Buchungsherkunft: Was hat sich verändert, was nicht? Nur so lässt sich der nächste Zyklus gezielt planen statt wieder bei null zu beginnen.

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Der 90-Tage-Fahrplan im Ăśberblick

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Tage 1–30: Grundlagen schaffen

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‍Website-Inhalte prüfen und mit klaren Fakten ergänzen (Zimmergrösse, Ausstattung, Anreise). Google Business Profil vollständig ausfüllen und mit aktuellen Fotos versehen. Bestehende Gästedaten sichten und für ein einfaches E-Mail-Programm vorbereiten.

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Tage 31–60: Sichtbarkeit aufbauen

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‍Google Business Profil wöchentlich pflegen (neue Bilder, Antworten auf Bewertungen). Erste, klar fokussierte Google-Ads- oder Meta-Ads-Kampagne mit kleinem Budget starten. Regelmässigen, aber realistischen Rhythmus für Social-Media-Beiträge festlegen – lieber zwei durchdachte Beiträge pro Woche als tägliche Eile.

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Tage 61–90: Vertiefen und messen

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‍Erstes E-Mail an Stammgäste versenden, etwa mit einem saisonalen Angebot. Kampagnenergebnisse auswerten und Budget entsprechend anpassen. Buchungsherkunft der letzten drei Monate analysieren und den nächsten 90-Tage-Zyklus daraus ableiten.

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Praxisbeispiel: Ein Stadthotel in Luzern

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Ausgangslage: Ein Stadthotel mit 45 Zimmern hatte weder festen Zeitplan noch klare Zuständigkeit für Online-Marketing. Massnahmen wurden unregelmässig umgesetzt, meist wenn die Auslastung gerade niedrig war und akuter Handlungsdruck entstand.

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Massnahme: Die Direktion führte einen 90-Tage-Fahrplan ein, mit fest eingeplanten wöchentlichen Zeitfenstern für Google Business Profil und Social Media. In den ersten vier Wochen wurde ausschliesslich die Website überarbeitet, danach folgte eine erste kleine Google-Ads-Kampagne für die Nebensaison. In den letzten vier Wochen wurde ein einfaches E-Mail-Programm für bestehende Gäste aufgesetzt.

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Ergebnis / Erwartung: Nach 90 Tagen zeigte die Analyse der Buchungsherkunft einen klaren Anstieg der direkten Anfragen über Google. Der wöchentliche Zeitaufwand blieb mit rund drei Stunden überschaubar, wodurch der Fahrplan auch im nächsten Quartal fortgesetzt werden konnte, statt nach der ersten Anstrengung wieder zu versanden.

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(Dieses Beispiel ist zur Veranschaulichung leicht vereinfacht und exemplarisch dargestellt.)

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Häufige Fehler

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  1. Zu viel auf einmal umsetzen wollen. Wer in der ersten Woche gleichzeitig Website, Social Media und Werbekampagnen ĂĽberarbeiten will, bricht das Vorhaben meist nach kurzer Zeit ab.
  2. Keine feste Zeit einplanen. Ohne festen wöchentlichen Termin verschiebt sich Marketing immer wieder auf «wenn gerade Zeit ist» – und damit faktisch auf nie.
  3. Nach 90 Tagen nicht auswerten. Ohne ehrlichen Rückblick lässt sich nicht erkennen, was tatsächlich funktioniert hat – der nächste Zyklus beginnt dann wieder bei null.

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Fazit

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Ein kleines Hotel ohne eigene Marketingabteilung muss nicht auf professionelles Online-Marketing verzichten – es braucht nur einen realistischeren Rhythmus als grosse Ketten. Ein 90-Tage-Fahrplan mit klaren Etappen, festen wöchentlichen Zeitfenstern und einer ehrlichen Auswertung am Ende macht aus einzelnen Marketing-Aktionen einen kontinuierlichen Prozess. Der wichtigste Schritt ist dabei nicht die grösste Massnahme, sondern die erste: einen festen wöchentlichen Termin im Kalender einzuplanen und daran festzuhalten.

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Quellen

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