Nebensaison-Marketing für Hotels: Wie Sie ruhige Monate gezielt füllen
.jpg)
Die Nebensaison kommt jedes Jahr. Trotzdem beginnen viele Hotels erst dann mit der Vermarktung, wenn bereits mehrere Wochen mit schwacher Nachfrage im Kalender stehen. Dann bleiben oft nur kurzfristige Rabatte. Besser ist eine frühzeitige Planung mit Angeboten, die zu den Gästen, zur Region und zum eigenen Hotel passen.
Das Problem im Hotelalltag
In der Hochsaison dreht sich vieles um Abläufe, Personal und die Betreuung der Gäste. Die ruhigeren Monate werden deshalb häufig erst spät geplant. Angebote entstehen kurzfristig, Inhalte fehlen auf der Website und Stammgäste werden nicht gezielt angesprochen.
Das Problem ist nicht allein die Auslastung. Leere Zimmer bedeuten auch weniger Umsatz im Restaurant, bei Wellnessangeboten und bei regionalen Partnern. Wer die Nebensaison füllen will, muss deshalb früher überlegen, warum jemand gerade dann anreisen sollte.
Aktuelles aus Markt und Branche
- Die Schweizer Hotellerie entwickelt sich nicht in allen Monaten und Regionen gleich. Von Januar bis Juni 2026 zählte die Schweiz insgesamt 20,3 Millionen Logiernächte, 0,7 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Solche Schwankungen zeigen, wie wichtig eine eigene Planung nach Saison und Herkunftsmarkt ist.
- Ganzjahresbetrieb wird wichtiger. Branchenbeobachter sehen in der zeitlichen und räumlichen Steuerung der Nachfrage eine zentrale Aufgabe für den Schweizer Tourismus.
- Nebensaison-Themen müssen zum Ort passen. Herbstkulinarik, Winterstille oder Frühlingswandern funktionieren dann, wenn Hotel, Region und Leistungspartner ein gemeinsames Erlebnis daraus machen.
- Kurzreisen sind für ruhige Zeiträume besonders interessant. Gäste müssen nicht zwei Wochen Ferien planen. Ein verlängertes Wochenende mit einem konkreten Anlass kann leichter buchbar sein als ein allgemeines «Erholungsangebot».
- Direkte Ansprache wirkt besser, wenn sie relevant ist. E-Mail-Kampagnen können Angebote nach Interessen und früheren Aufenthalten ausrichten, statt allen Gästen dieselbe Aktion zu schicken.
Was bedeutet das für Ihr Hotel?
1. Die passende Zielgruppe statt «alle Gäste» ansprechen
Definieren Sie für jeden ruhigen Zeitraum eine konkrete Zielgruppe. Für ein Berghotel können das etwa Paare für ein ruhiges Herbstwochenende, Wandergruppen im Frühling oder Familien während regionaler Schulferien sein.
Prüfen Sie dazu Ihre bisherigen Buchungen: Wer reist in diesen Monaten bereits an? Welche Fragen stellt diese Gruppe? Welche Aktivitäten sind in der Region tatsächlich möglich? Daraus entsteht ein Angebot, das glaubwürdiger ist als eine pauschale Prozentaktion.
2. Ein Angebot rund um einen Anlass bauen
Ein Zimmer allein ist in der Nebensaison oft kein ausreichender Grund für eine Reise. Kombinieren Sie Übernachtung und Anlass: ein kulinarisches Wochenende, ein geführter Spaziergang, ein Wellnessabend, ein Konzertbesuch oder ein Paket für Menschen, die unter der Woche arbeiten und kurz abschalten möchten.
Binden Sie regionale Partner früh ein. Ein gemeinsames Angebot verteilt die Arbeit, macht die Kommunikation interessanter und kann zusätzliche Reichweite über die Kanäle der Partner bringen.
3. Früh sichtbar werden und Stammgäste aktivieren
Planen Sie die wichtigsten Inhalte mindestens zwei bis drei Monate vor dem gewünschten Aufenthalt. Dazu gehören eine eigene Angebotsseite, aktuelle Bilder, klare Leistungen und Antworten auf praktische Fragen: Für wen ist das Angebot geeignet? Was ist im Preis enthalten? Wie weit ist die nächste Aktivität entfernt? Was gilt bei schlechtem Wetter?
Ergänzen Sie die Website mit E-Mail-Marketing und passenden Anzeigen. Stammgäste können ein persönliches Angebot erhalten, während neue Gäste über Google, soziale Netzwerke oder regionale Partner auf das Thema aufmerksam werden. Entscheidend ist nicht, überall präsent zu sein, sondern dort aufzutauchen, wo die jeweilige Zielgruppe sucht.
Häufige Fehler
- Erst starten, wenn die Auslastung bereits schlecht ist. Dann bleibt kaum Zeit für gute Inhalte, Partner und eine saubere Kampagne.
- Nur den Preis senken. Ein Rabatt erklärt nicht, warum sich eine Reise in der Nebensaison lohnt und kann den Wert des Angebots schwächen.
- Ein Angebot für alle Zielgruppen bauen. Paare, Familien, Wandergruppen und Geschäftsreisende haben unterschiedliche Gründe, ausserhalb der Hauptsaison zu buchen.
Fazit
Nebensaison-Marketing für Hotels beginnt nicht mit dem Rabatt, sondern mit einer guten Antwort auf die Frage: Warum soll jemand gerade jetzt kommen? Zielgruppen, regionale Anlässe und passende Inhalte geben dieser Antwort eine Form. Wer Stammgäste früh anspricht und mit lokalen Partnern arbeitet, kann Nachfrage besser planen und zusätzliche Umsätze schaffen. Prüfen Sie Ihre ruhigsten Monate jetzt – nicht erst, wenn sie begonnen haben. Schon ein klar definiertes Angebot für einen einzigen Zeitraum kann ein sinnvoller erster Test sein.
Weitere passende Beiträge
- Online Marketing für Hotels: Welche Kanäle sich 2026 wirklich lohnen – und was sie kosten dürfen
- Online Marketing für Hotels ohne Marketingabteilung: Der 90-Tage-Fahrplan
- Die häufigsten Online-Marketing-Fehler kleiner Schweizer Hotels
- Marketingbudget 2027: Warum Hotels ihre Planung jetzt anders angehen sollten
- WhatsApp für Hotels: Buchungs- und Servicekanal
Quellen
- Bundesamt für Statistik: Hotellerie
- Hotel Inside: Schweizer Hotelmarkt 2026
- 48concepts: Tourismus-Marketing 2026
- Hotelvor9: Hotel-Kurzreisen effizient und modern vermarkten
- Lean Hotel System: Auslastung in der Nebensaison steigern

%20(1).png)
%20(1).png)

.png)