Online Marketing für Hotels: Welche Kanäle sich 2026 wirklich lohnen – und was sie kosten dürfen

13.07.2026
Geschrieben von:
Sven Häberlin
Trends
Online Marketing Hotels - mit KI generiert
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Viele Hoteliers hören seit Jahren denselben Satz: «Sie müssen online präsenter sein.» Nur beantwortet das nicht die eigentliche Frage – wofür genau soll das Budget eingesetzt werden? Während die Zahl der Kanäle wächst, bleibt das Marketingbudget vielerorts gleich. Wer 2026 noch nach Gefühl verteilt, verliert an zwei Fronten gleichzeitig: bei Google und bei den KI-Suchsystemen, die zunehmend über Sichtbarkeit entscheiden.

Das Problem im Hotelalltag

Die meisten kleinen und mittleren Hotels haben kein eigenes Marketingteam. Die Direktion entscheidet neben Rezeption, Personalplanung und Gästebetreuung nebenbei, wie viel für Google Ads, Social Media oder die Website ausgegeben wird. Häufig orientiert man sich am Vorjahresbudget oder daran, was die Agentur gerade empfiehlt – nicht daran, welcher Kanal für den eigenen Betrieb tatsächlich Buchungen bringt. Das Ergebnis: Geld fliesst in Kanäle, die früher funktioniert haben, während neue Wege zum Gast – etwa über Google Maps, KI-Assistenten oder das eigene Google Business Profile – kaum budgetiert sind.

Aktuelles aus Branche und Praxis

Ein Blick auf aktuelle Branchendaten und Marktbeobachtungen zeigt, wohin sich die Gewichte verschieben:

  • Die Website bleibt das Fundament, nicht ein Kanal unter vielen. Ohne eine gut konvertierende Website verpufft jeder Werbefranken – egal ob er in Google Ads, Meta Ads oder Newsletter fliesst.
  • KI-Suche wächst rasant, aber die meisten Hotels sind dort unsichtbar. Studien zur Hotelsuche zeigen, dass ein grosser Teil der Hotelwebsites für KI-Systeme wie ChatGPT faktisch nicht auffindbar ist, weil Inhalte zu unstrukturiert oder zu «blumig» formuliert sind.
  • Das Google Business Profile gewinnt an Gewicht gegenüber der eigenen Website. Ein grosser Teil der Hotel-Klicks im neuen Google AI Mode landet nicht auf der Hotelwebsite, sondern direkt auf dem Google Business Profile – ein Kanal, der in vielen Budgets kaum eingeplant ist .
  • OTAs überholen Suchmaschinen als Startpunkt der Reiseplanung. Immer mehr Reisende beginnen ihre Suche direkt auf Plattformen wie Booking.com statt bei Google – das verändert, wo Sichtbarkeitsbudget investiert werden sollte .
  • Automatisierung ist bei Meta Ads keine Option mehr, sondern die Infrastruktur. Wer noch mit kleinteiligen, manuell gepflegten Kampagnenstrukturen arbeitet, verbrennt Budget, weil der Algorithmus solche Setups systematisch benachteiligt .
  • Direktbuchungsvorteile müssen aktiv kommuniziert werden. Gäste, die auf OTAs suchen, buchen zu einem relevanten Anteil trotzdem direkt – vorausgesetzt, das Hotel macht die Vorteile sichtbar, etwa über flexible Konditionen oder ein Upgrade-Versprechen .

Was bedeutet das für Ihr Hotel?

1. Das Budget nach Sichtbarkeits-Logik verteilen, nicht nach Gewohnheit

Statt jedes Jahr die gleiche Aufteilung fortzuschreiben, lohnt sich ein jährlicher Check: Wo kommen die Gäste tatsächlich her – Website, Google Business Profile, OTA, Social Media? Die Kanalverteilung sollte dieser Realität folgen, nicht der Erinnerung an das, was vor drei Jahren funktioniert hat.

2. Die eigene Website zuerst stabilisieren, dann Werbung schalten

Eine Website, die technisch sauber ist, klare Fakten liefert (Zimmergrösse, Distanz zum Bahnhof, Ausstattung) und schnell lädt, ist die Voraussetzung dafür, dass Google Ads, Meta Ads oder E-Mail-Marketing überhaupt Wirkung entfalten. Wer zuerst in Werbung investiert und die Website vernachlässigt, zahlt doppelt.

3. Das Google Business Profile als eigenen Kanal führen – nicht als Pflichtübung

Viele Hotels pflegen ihr Google Business Profile nur sporadisch. Da ein erheblicher Teil der Klicks aus der KI-Suche dort landet, verdient es eine eigene, regelmässige Pflege: aktuelle Fotos, Antworten auf Bewertungen, korrekte Ausstattungsmerkmale und Öffnungszeiten.

Praxisbeispiel: Ein Familienhotel im Berner Oberland

Ausgangslage: Ein Familienhotel mit 38 Zimmern gab sein gesamtes Online-Marketing-Budget seit Jahren zu rund 70 Prozent für Meta Ads und 30 Prozent für Google Ads aus. Das Google Business Profil wurde nur bei Bedarf aktualisiert, eine strukturierte Content-Strategie für die Website fehlte.

Massnahme: Nach einer Analyse der Buchungsherkunft stellte sich heraus, dass ein wachsender Teil der Anfragen über die Google-Suche und das Business Profil kam, nicht über Social Media. Das Hotel verschob rund ein Drittel des bisherigen Meta-Ads-Budgets in die Pflege des Google Business Profils, in strukturierte Seiteninhalte (klare Antworten auf typische Gästefragen wie Ausstattung, Anreise, Familienangebote) sowie in ein einfaches E-Mail-Programm für Stammgäste.

Ergebnis / Erwartung: Innerhalb eines Quartals stiegen die Anfragen über das Google Business Profil spürbar, während die Kosten pro Buchung bei Meta Ads sanken, weil die Kampagnen fokussierter liefen. Das Hotel plant, die Budgetverteilung künftig alle sechs Monate anhand der tatsächlichen Buchungsherkunft neu zu prüfen, statt sie starr festzulegen.

(Dieses Beispiel ist zur Veranschaulichung leicht vereinfacht und exemplarisch dargestellt.)

Häufige Fehler

  1. Budget wird nach Gefühl statt nach Datenlage verteilt. Ohne Blick auf die tatsächliche Buchungsherkunft bleibt die Kanalwahl reine Vermutung.
  2. Das Google Business Profil wird als Nebensache behandelt. Gerade weil KI-Systeme zunehmend darauf zugreifen, ist Vernachlässigung hier teuer.
  3. Werbebudget fliesst in Kanäle, bevor die Website bereit ist. Eine schwache, unstrukturierte Website macht jeden zusätzlichen Werbefranken weniger wirksam.

Fazit

Online Marketing für Hotels ist 2026 kein Wahl zwischen «viel» oder «wenig» Budget mehr, sondern eine Frage der richtigen Verteilung. Die Kanäle, über die Gäste heute tatsächlich suchen und buchen, haben sich verschoben – weg von reiner Klickwerbung, hin zu strukturierten Inhalten, gepflegten Google-Profilen und einer stabilen eigenen Website. Wer sein Budget einmal im Jahr kritisch anhand der eigenen Buchungsdaten überprüft, trifft bessere Entscheidungen als jeder pauschale Branchenvergleich. Der erste Schritt ist oft nicht mehr Geld, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme: Woher kommen unsere Gäste wirklich – und passt unser Budget dazu?

Quellen

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