Keyword-Recherche für Hotels: Wonach Gäste wirklich suchen
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«Hotel Zermatt» oder «Hotel Luzern» – wer bei der Suchmaschinenoptimierung Hotel nur auf solche Begriffe setzt, tritt gegen die grössten OTA-Portale der Welt an und hat kaum eine Chance auf ein gutes Ranking. Dabei suchen die meisten Gäste heute viel konkreter, als viele Hoteliers annehmen. Wer versteht, wonach wirklich gesucht wird, findet einen Weg an den grossen Plattformen vorbei direkt zum Gast.
Das Problem im Hotelalltag
Viele Hotelwebsites sind auf genau die Suchbegriffe optimiert, die am naheliegendsten erscheinen: der eigene Hotelname, der Ortsname, vielleicht noch «Hotel» plus Region. Das Problem dabei: Genau diese generischen Begriffe sind die am härtesten umkämpften im ganzen Netz. Booking.com, Expedia und Tripadvisor investieren seit Jahren Millionen, um bei «Hotel Zermatt» oder «Hotel Genf» ganz oben zu stehen. Ein einzelnes Hotel hat gegen diese Marktmacht kaum eine realistische Chance. Gleichzeitig übersehen viele Betriebe, dass ein grosser Teil der tatsächlich buchungsbereiten Gäste ganz anders sucht – mit deutlich spezifischeren Formulierungen, bei denen die Konkurrenz viel kleiner ist.
Aktuelles aus Studie und Praxis
Mehrere aktuelle Auswertungen zum Suchverhalten im Reise- und Hotelbereich zeigen ein konsistentes Bild:
- Fast 44 Prozent aller Suchanfragen mit 1'000 bis 9'999 monatlichen Suchungen bestehen aus drei oder mehr Wörtern – solche sogenannten Long-Tail-Suchbegriffe sind also längst keine Nische mehr, sondern ein grosser Teil des tatsächlichen Suchvolumens.
- Long-Tail-Suchanfragen haben zwar ein geringeres Suchvolumen pro Begriff, dafür aber eine deutlich höhere Konversionsrate, weil die Absicht dahinter klarer ist. Wer «familienfreundliches Hotel mit Pool im Wallis» eingibt, ist einer Buchung meist deutlich näher als jemand, der einfach nur «Hotel Wallis» sucht.
- Gäste beschreiben ihre Wünsche zunehmend in natürlicher Sprache statt in einzelnen Stichworten – befeuert durch KI-gestützte Suchsysteme wie ChatGPT, Gemini oder den KI-Modus von Google, bei denen ganze Sätze statt Schlagworte eingegeben werden.
- Für einen typischen Ortsnamen wie «Hotel Rosenheim» gibt es rund 5'000 monatliche Suchanfragen – für eine spezifischere Kombination wie «Bio Hotel Berlin» oft nur noch rund 100. Das kleinere Suchvolumen bedeutet aber nicht weniger Erfolgschancen: Bei diesen spezifischeren Begriffen ist die Konkurrenz oft so gering, dass ein einzelnes Hotel realistisch auf den vorderen Plätzen erscheinen kann.
- Suchanfragen mit klarem Bezug zu Ausstattung, Zielgruppe oder Anlass – etwa «Hundefreundliches Hotel in der Nähe vom Flughafen» oder «Wellnesshotel Allgäu mit Sauna» – signalisieren eine besonders hohe Buchungsabsicht und lassen sich mit gezieltem Content deutlich einfacher besetzen als generische Ortssuchen.
Was bedeutet das für Ihr Hotel?
1. Denken Sie in drei Suchebenen statt nur einer
Generische Suchbegriffe wie «Hotel Zermatt» sind die höchste, aber auch am stärksten umkämpfte Ebene. Darunter liegt eine mittlere Ebene mit Ausstattungs- und Zielgruppenbezug, etwa «Wellnesshotel Zermatt mit Spa» oder «Familienhotel Zermatt am Skilift». Die unterste, aber wertvollste Ebene sind echte Long-Tail-Formulierungen wie «Boutique-Hotel Zermatt Altstadt für Paare mit Frühstück». Wer alle drei Ebenen mit passenden Inhalten bedient, deckt sowohl Reichweite als auch Buchungsabsicht ab.
2. Nutzen Sie die eigenen Gästeanfragen als Fundgrube
Die Fragen, die Gäste täglich am Telefon, per E-Mail oder an der Rezeption stellen, sind oft die ehrlichste Quelle für echte Suchbegriffe. «Gibt es einen Parkplatz direkt beim Hotel?» oder «Ist das Zimmer für Rollstuhlfahrer geeignet?» sind Formulierungen, die genauso auch bei Google eingegeben werden – und die sich hervorragend in eigene Inhalte, etwa eine gut aufgebaute FAQ-Seite, übersetzen lassen.
3. Google Search Console zeigt, wonach Gäste bereits jetzt suchen
Ein kostenloses, aber selten genutztes Werkzeug: Die Google Search Console zeigt genau, mit welchen Suchbegriffen Nutzer bereits auf der eigenen Website landen – auch solche, für die man selbst nie aktiv optimiert hat. Diese Daten liefern oft überraschende Hinweise darauf, welche Long-Tail-Formulierungen für das eigene Haus schon jetzt funktionieren und weiter ausgebaut werden können.
Häufige Fehler
- Es wird ausschliesslich auf Ortsname und Hotelname optimiert. Damit tritt man direkt gegen OTAs und grosse Portale an – ein Wettbewerb, den ein einzelnes Hotel praktisch nicht gewinnen kann.
- Long-Tail-Suchbegriffe werden wegen des geringen Suchvolumens ignoriert. Ein niedriges Suchvolumen pro Begriff bedeutet nicht wenig Potenzial – in Summe machen viele kleine, spezifische Suchanfragen oft mehr Traffic aus als ein einzelner grosser Begriff, und die Abschlussquote ist deutlich höher.
- Keywords werden erzwungen in Texte eingebaut, statt natürlich zu wirken. Wer Suchbegriffe wiederholt und unnatürlich in Texte presst, schadet der Lesbarkeit für Gäste und wird von Google zunehmend schlechter bewertet als klar formulierter, hilfreicher Inhalt.
Fazit
Suchmaschinenoptimierung Hotel beginnt nicht mit der Frage «Wie komme ich bei ‹Hotel [Ort]› nach oben?», sondern mit der Frage «Was fragen meine Gäste wirklich?». Wer sich von generischen Ortssuchen löst und stattdessen gezielt jene spezifischen, oft mehrwortigen Suchanfragen bedient, die tatsächlich zu einer Buchung führen, findet einen Weg an der grossen OTA-Konkurrenz vorbei. Der Aufwand dafür ist überschaubar – oft reicht schon ein genauerer Blick in die eigenen Gästeanfragen und die kostenlosen Daten aus der Google Search Console. Ein guter Anlass, die eigene Keyword-Strategie einmal aus der Perspektive des suchenden Gastes statt aus der eigenen zu betrachten.
Quellen
- SE Ranking: Long-Tail-Keywords für SEO – Studie über 25 Millionen Keywords
- Google Search Central: Search Console – Suchanfragen einsehen
- Google Keyword Planner
Weiterführende Beiträge
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