PR als GEO-Hebel: Warum Medienerwähnungen Ihr Hotel in ChatGPT sichtbar machen

30.06.2026
Geschrieben von:
Sven Häberlin
SEO/GEO
PR als GEO-Hebel für Hotels - Bild mit KI generiert
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Stellen Sie sich vor, ein Gast fragt ChatGPT: «Welches Boutique-Hotel in Luzern ist besonders empfehlenswert?» Die KI nennt drei Namen. Keiner davon ist Ihr Hotel – obwohl Sie seit Jahren gute Bewertungen haben und auf Google gut ranken. Was fehlt? Medienerwähnungen. Denn KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini und Perplexity empfehlen nicht, was am besten optimiert ist. Sie empfehlen, worüber das Internet spricht.

Das Problem im Hotelalltag

Die meisten Hoteliers kennen SEO. Sie wissen, dass eine gute Website, Bewertungen und Google-Rankings wichtig sind. Was viele nicht wissen: In der Welt der KI-Suche gelten andere Regeln. Hier zählt nicht primär, was auf Ihrer eigenen Website steht – sondern was andere über Sie schreiben. Reisemagazine, Branchenportale, lokale Medien, Reiseblogs. Wer dort nicht vorkommt, existiert für viele KI-Systeme schlicht nicht.

Das ist kein theoretisches Problem. Laut einer Untersuchung von RevPARGenius sind 94,3 Prozent der Hotel-Websites für KI-Systeme faktisch unsichtbar. Und die Lücke zwischen «gut bei Google» und «sichtbar bei ChatGPT» wächst.

Was aktuelle Studien zeigen

Mehrere unabhängige Analysen aus 2025 und 2026 zeichnen ein klares Bild:

  • ChatGPT bevorzugt Drittquellen. Laut einer Yext-Studie (2025) mit 6,8 Millionen ausgewerteten Zitaten stammen rund 48,7 Prozent der ChatGPT-Quellen aus Verzeichnissen, Bewertungsplattformen und Medien – nicht von den Websites der Unternehmen selbst.
  • Backlinks allein reichen nicht mehr. Eine Ahrefs-Studie (Dezember 2025) mit 75'000 Marken zeigt: YouTube-Erwähnungen und Markenerwähnungen im Web sind die stärksten Prädiktoren dafür, ob KI-Plattformen eine Marke zitieren. Klassische Backlinks korrelierten kaum.
  • 80 Prozent der von ChatGPT zitierten Seiten ranken nicht mal in Googles Top 100. Das bedeutet: KI-Sichtbarkeit und Google-Ranking sind zwei verschiedene Spiele.
  • Earned Media ist ein direkter GEO-Hebel. Recherchen zeigen, dass KI-Systeme Inhalte von Drittseiten – Presseberichte, Reisemagazine, Branchenpublikationen – deutlich stärker gewichten als selbst veröffentlichte Inhalte.
  • AI-Referral-Traffic konvertiert 5x besser. Wer über eine KI-Empfehlung auf eine Website gelangt, bucht mit einer Wahrscheinlichkeit von 14,2 Prozent – gegenüber 2,8 Prozent bei organischem Google-Traffic.
  • 40 Prozent der Reisenden nutzen KI für die Reiseplanung (Operto, 2026). Und 70 Prozent der Hotelbuchungen involvieren bereits KI-gestützte Empfehlungen.

Was das für Ihr Hotel bedeutet

1. Medienerwähnungen sind keine Kür mehr – sie sind Pflicht

Früher war ein Artikel in einem Reisemagazin schön für das Image. Heute ist er ein technischer Faktor für Ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen. Wenn ein Reiseblog, ein Branchenportal oder eine lokale Zeitung Ihr Hotel namentlich erwähnt und beschreibt, lernt die KI: Dieses Hotel existiert, es hat einen Ruf, es wird von anderen empfohlen. Das ist der Unterschied zwischen «vorhanden» und «empfehlenswert» aus Sicht eines Sprachmodells.

2. Nicht jede Erwähnung zählt gleich

KI-Systeme gewichten Quellen unterschiedlich. Eine Erwähnung in einem etablierten Reisemagazin oder auf einem Branchenportal mit hoher Autorität zählt mehr als ein Eintrag in einem unbekannten Verzeichnis. Konkret: Wenn ein Journalist Ihr Hotel in einem Artikel über «die besten Familienhotels im Berner Oberland» erwähnt, ist das für ChatGPT wertvoller als zehn selbst geschriebene Blogbeiträge auf Ihrer eigenen Website.

3. PR und GEO sind dasselbe Ziel

Wer heute Pressearbeit macht – Medienmitteilungen verschickt, Journalisten einlädt, Gastbeiträge in Fachmagazinen platziert – betreibt gleichzeitig GEO. Das ist keine Doppelarbeit. Es ist dieselbe Arbeit mit doppeltem Nutzen: Reichweite heute, KI-Sichtbarkeit morgen.

Praxisbeispiel: Berghotel Alpenruh, Graubünden (fiktiv, realistisch)

Ausgangslage: Das Berghotel Alpenruh (48 Zimmer, Familienbetrieb, 4 Sterne) hatte eine solide Google-Präsenz und gute Bewertungen auf Booking.com. In ChatGPT tauchte es bei Anfragen wie «familienfreundliches Berghotel Graubünden» nicht auf – obwohl es genau das ist.

Massnahmen: Die Hoteliersfamilie lud gezielt zwei Reisejournalistinnen ein – eine von einem deutschen Familienreisemagazin, eine von einem Schweizer Outdoor-Blog mit 80'000 monatlichen Lesern. Beide publizierten Berichte mit namentlicher Erwähnung, konkreten Beschreibungen (Zimmertypen, Aktivitäten, Lage) und einem Link zur Hotelwebsite. Zusätzlich wurde das Hotel in einem Beitrag des Schweizer Tourismus-Verbands über «nachhaltige Berghotels» erwähnt.

Ergebnis: Drei Monate nach den Publikationen erschien das Hotel in ChatGPT-Antworten auf entsprechende Suchanfragen. Die Direktbuchungen über die eigene Website stiegen im Folgequartal um 18 Prozent. Der Aufwand: zwei Einladungen, zwei Nächte Übernachtung, keine Werbekosten.

Häufige Fehler

1. Nur auf die eigene Website setzen. Viele Hotels investieren viel in ihre Website-Texte und vernachlässigen dabei, was andere über sie schreiben. Für KI-Systeme ist das ein Problem: Sie vertrauen Drittquellen mehr als Selbstdarstellungen.

2. Medienarbeit als einmalige Aktion verstehen. Ein Artikel bringt kurzfristig Sichtbarkeit. Wer dauerhaft in KI-Empfehlungen auftauchen will, braucht regelmässige Erwähnungen – nicht eine grosse Kampagne alle zwei Jahre.

3. Qualität der Quelle ignorieren. Nicht jede Erwähnung hilft gleich viel. Ein Bericht in einem etablierten Reisemagazin oder auf einer Plattform mit hoher Autorität hat deutlich mehr Gewicht als ein Eintrag in einem Verzeichnis, das niemand kennt.

Fazit

Die Spielregeln haben sich verändert. Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity als Empfehlung auftauchen will, braucht mehr als eine gute Website. Er braucht ein digitales Netzwerk aus Erwähnungen, Berichten und Referenzen – auf Plattformen, denen KI-Systeme vertrauen. Das ist keine neue Disziplin. Es ist klassische Pressearbeit, neu gedacht. Hoteliers, die heute in Medienbeziehungen investieren, bauen damit gleichzeitig ihre Sichtbarkeit in der KI-Suche von morgen auf. Wer wartet, überlässt das Feld jenen, die früher angefangen haben.

Quellen

  • Yext (2025): Analyse von 6,8 Millionen KI-Zitaten aus ChatGPT, Gemini und Perplexity
  • Ahrefs (Dezember 2025): Studie zu KI-Sichtbarkeit und Markensignalen, 75'000 Marken
  • RevPARGenius (2025/2026): Untersuchung zur KI-Sichtbarkeit von Hotel-Websites
  • Operto (2026): GEO Consultant Daten zur KI-Nutzung in der Reiseplanung
  • Search Engine Land (2026): «Mastering Generative Engine Optimization in 2026»
  • TravelBoom Leisure Travel Study (2026): KI-Nutzung in der Reiseplanung
  • Pixelmojo (2026): AI Citation Tracking Guide
  • Hotel Dive (2026): «The tool giving hotels visibility into gen AI search»

Noch Fragen zur Medienarbeit und GEO-Strategie für Ihr Hotel? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch: tourismusconsult.ch/kontakt

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