ChatGPT verliert Marktanteile – was das für Ihr Hotel bedeutet
.png)
Die KI-Landschaft verändert sich schneller als erwartet. Noch vor einem Jahr war ChatGPT praktisch konkurrenzlos. Heute sieht das Bild anders aus – und das hat direkte Konsequenzen für Hotels, die auf KI-Tools setzen oder in KI-Suchergebnissen sichtbar sein wollen.
Das Problem im Hotelalltag
Viele Hoteliers haben in den letzten zwei Jahren begonnen, KI-Tools in ihren Alltag zu integrieren: für Texte, Antworten auf Bewertungen, Übersetzungen oder die Vorbereitung von Angeboten. Die meisten greifen dabei auf ChatGPT zurück – oft weil es das erste war, das sie kennengelernt haben. Gleichzeitig werden immer mehr Gäste über KI-Systeme auf Hotels aufmerksam: Sie fragen Gemini, ChatGPT oder Perplexity nach Empfehlungen, bevor sie überhaupt eine Buchungsplattform öffnen.
Wer nur auf ein einziges System setzt – als Nutzer oder als Hotel, das in KI-Antworten gefunden werden will – riskiert, den Anschluss zu verlieren.
Was die aktuellen Zahlen zeigen
Die Marktforschungsplattform Similarweb hat Anfang 2026 neue Daten zum KI-Chatbot-Markt veröffentlicht. Die Ergebnisse sind deutlich:
- ChatGPT hält noch 68% Marktanteil – vor einem Jahr waren es noch über 87%. Der Rückgang ist massiv.
- Google Gemini ist der grösste Gewinner. Der Anteil stieg von rund 5,6% auf über 27% (je nach Messmethode). Gemini ist tief in Android, Google Search und Gmail integriert – und damit für viele Nutzer einfach der nächste logische Schritt.
- Claude (Anthropic) hat sich von 1,4% auf über 18% gesteigert – vor allem im B2B-Bereich, also bei Unternehmen, die KI professionell einsetzen.
- Perplexity stagniert bei rund 2%, nachdem es zwischenzeitlich gewachsen war.
- Der Markt hat sich von «einem Anbieter» zu «vier relevanten Anbietern» entwickelt. Das ist eine grundlegende Verschiebung.
Für Hotels bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr «Nutzen wir KI?», sondern «Welche KI-Systeme sind für uns relevant – und in welchen werden wir gefunden?»
Was das für Ihr Hotel bedeutet
1. Ihre Inhalte müssen für mehrere KI-Systeme funktionieren
Wenn ein Gast Gemini fragt «Welches Hotel in Graubünden hat einen guten Wellnessbereich?», dann zieht Gemini seine Antwort aus öffentlich verfügbaren Quellen: Ihrer Website, Google My Business, Bewertungsplattformen und strukturierten Daten. Das ist dasselbe Prinzip wie bei ChatGPT oder Claude – aber jedes System gewichtet Quellen etwas anders.
Was hilft: Klare, gut strukturierte Texte auf Ihrer Website. Vollständige und aktuelle Google-My-Business-Profile. Echte Gästebewertungen mit konkreten Details. Das sind die Grundlagen, die in allen KI-Systemen funktionieren.
2. Wer nur auf ChatGPT setzt, verengt seinen Blick
Viele Hotels haben begonnen, mit ChatGPT zu arbeiten – und das ist gut. Aber wer nie andere Tools ausprobiert hat, verpasst möglicherweise bessere Lösungen für bestimmte Aufgaben. Gemini ist stark bei der Integration mit Google-Diensten. Claude gilt als besonders zuverlässig bei längeren Texten und Analysen. Perplexity eignet sich gut für schnelle Recherchen mit Quellenangaben.
Was hilft: Testen Sie für Ihren konkreten Anwendungsfall (z. B. Angebotserstellung, Bewertungsantworten, Übersetzungen) zwei oder drei Tools. Nicht jedes Tool ist für jede Aufgabe gleich gut.
3. Sichtbarkeit in KI-Systemen ist kein Zufall
Wenn ein KI-System ein Hotel empfiehlt, dann nicht, weil es das Hotel «mag». Es empfiehlt, was es aus verlässlichen, gut strukturierten Quellen kennt. Hotels, die auf ihrer Website klare Antworten auf typische Gästefragen geben («Wie weit sind Sie vom Bahnhof entfernt?», «Gibt es Parkplätze?», «Was ist im Frühstück inbegriffen?»), werden von KI-Systemen häufiger und präziser zitiert.
Was hilft: Überprüfen Sie Ihre Website auf Vollständigkeit. Beantworten Sie die häufigsten Fragen Ihrer Gäste direkt im Text – nicht nur in einem versteckten FAQ.
Praxisbeispiel: Boutique-Hotel in Luzern (fiktiv, aber realistisch)
Das «Hotel Seeblick» in Luzern (fiktiv) hatte bisher ausschliesslich mit ChatGPT gearbeitet – für Texte, Angebote und Bewertungsantworten. Als die Inhaberin begann, auch Gemini zu testen, stellte sie fest: Gemini konnte direkt auf ihre Google-Kalender-Einträge zugreifen und Angebote mit konkreten Verfügbarkeiten erstellen – ohne Umwege.
Gleichzeitig überarbeitete sie ihre Website: Statt allgemeiner Beschreibungen («Wir bieten ein einzigartiges Erlebnis») formulierte sie konkrete Antworten auf häufige Fragen («Unser Frühstücksbuffet ist täglich von 7 bis 10 Uhr geöffnet und enthält regionale Produkte aus dem Kanton Luzern»).
Drei Monate später: Wenn Gäste in Gemini oder ChatGPT nach «Boutique-Hotel Luzern mit regionalem Frühstück» suchen, erscheint das Hotel in den Antworten – weil die Informationen klar, vollständig und auffindbar sind.
Häufige Fehler
1. Nur ein KI-Tool kennen und nutzen.
Wer ausschliesslich ChatGPT verwendet, verpasst möglicherweise bessere Lösungen für spezifische Aufgaben – und versteht nicht, wie andere Systeme Informationen über sein Hotel aufbereiten.
2. Die eigene Website als KI-Quelle vernachlässigen.
KI-Systeme empfehlen, was sie kennen. Eine veraltete, lückenhafte oder schlecht strukturierte Website führt dazu, dass das Hotel in KI-Antworten gar nicht oder falsch dargestellt wird.
3. Abwarten, bis sich «ein Standard» durchgesetzt hat.
Der Markt hat sich bereits verändert. Wer wartet, bis «klar ist, welche KI sich durchsetzt», verliert Zeit. Die Grundlagen – gute Inhalte, vollständige Profile, klare Texte – funktionieren in allen Systemen.
Fazit
ChatGPT bleibt das grösste KI-System – aber es ist nicht mehr das einzige, das zählt. Gemini, Claude und andere Anbieter gewinnen schnell an Bedeutung, sowohl als Tools für den Hotelalltag als auch als Systeme, über die Gäste Empfehlungen erhalten. Für Hoteliers bedeutet das vor allem eines: Die Grundlagen müssen stimmen. Wer seine Website klar strukturiert, sein Google-My-Business-Profil pflegt und echte Gästefragen direkt beantwortet, ist in allen relevanten KI-Systemen besser aufgestellt. Das ist keine Frage von Technologie – das ist eine Frage von Konsequenz.
Quellen
- Similarweb, Januar 2026: AI Chatbot Market Share Report
- Goodie / higoodie.com: «2026 AI Search Traffic Report: ChatGPT Is Slipping» (Juni 2026)
- Vertu.com: «AI Chatbot Market Share 2026: ChatGPT drops to 68% as Google Gemini surges to 18.2%» (Januar 2026)
- Momentic Marketing: «June 2026 Top Generative AI Chatbots & LLMs by Market Share»
- Trending Topics: «Google's Gemini eats into ChatGPT's market share, Grok overtakes Perplexity» (2026)
- Perplexity AI Page: «ChatGPT's Market Share Falls» – Originalquelle des Themas

.png)
.png)

.png)